Sonntag, 15. Juni 2014

Haarausfall Update: Wie ging es weiter?

Zu kaum einem anderen Thema bekomme ich soviele Nachfragen wie zu diesem. Gerade in den Frühlingsmonaten häuften sich wieder Mails von Leserinnen, die über Haarausfall klagten.

Aus meiner Friseurzeit weiß ich noch sehr gut, dass viele im Frühjahr und Herbst mit einem "natürlichen Fellwechsel" Probleme haben. Der hat in der Regel keine krankhafte Ursache und verschwindet nach einigen Wochen wieder...man siehts ja auch bei den Tieren, meine Katzen haaren momentan so arg, dass ich damit täglich eine Dauenjacke füllen könnte.

Wer allerdings über einen längeren Zeitraum mehr als 50 bis 100 Haare am Tag verliert, sollte das abklären lassen. Mir wäre viel Panik erspart geblieben, hätte mein damaliger Hausarzt entsprechend gehandelt, denn die Ursache war doch simpler als gedacht.

Nach 2 Jahren kann ich nun vermelden, dass mein Haarausfall weg ist.
Ich kann gar nicht sagen wie schön es ist mal keinen Büschel Wolle aus der Bürste zu ziehen. Viele werden gedacht haben "Was macht die denn für'n Drama wegen den paar Haaren" aber ich hatte Phasen in denen ich sogar angesprochen wurde, weil überall meine Kopfhaut durchschimmerte und an eine vernünftige Frisur  nicht zu denken war. Phasen in denen ich morgens vorm Spiegel stand und 50 mal nen neuen Scheitel ziehen musste um alles einigermassen zu verdecken. Phasen in denen es hiess es sei hormonell bedingt, ich müsse mich damit abfinden dass mein Oberkopf in den nächsten Jahren immer lichter wird und ich regelrecht Angst hatte mich zu kämmen.


Die Ursache war bei mir ein ausgeprägter Eisenmangel, mein Eisenspeicher war fast völlig leer. Nach Eiseninfusionen und mittlerweile täglicher Einnahme von Tabletten (nehme übrigens welche zum Auflösen weil ich die viel besser vertrage) ist mein Haarausfall tatsächlich weg. Ich verliere selbst beim strammen Durchkämmen höchstens noch 2-3 Haare, beim Waschen habe ich oft kein einziges in der Hand...hach ist das toll!

Was ich anderen nun rückblickend mit auf den Weg geben kann:

Lasst in erster Instanz eure Blutwerte checken. Wichtig ist auf jeden Fall, dass euer Arzt nicht nur die Eisenwerte im Blut (die schwanken nämlich je nachdem was man vorher gegessen hat) sondern auch den Ferritinwert ( Eisenspeicher) mitbestimmt. Nährstoffmangel führt generell häufig zu Haarausfall, das muss nicht immer Eisen sondern kann auch ein Zink oder B-12 Mangel sein. Auch sollte man immer an die Schilddrüsenwerte denken. Alles aufzuzuählen würde wohl den Rahmen sprengen,. Googelt einfach bei Bedarf, dann könnt ihr euch genauer informieren welche Ursachen häufig infrage kommen und welche Laborparameter wichtig sind.

Wenn das Blutbild in Ordnung ist, würde ich die Hormonwerte untersuchen lassen.
Bleibt auch das ohne Ergbnis, kann der Hautarzt euch vielleicht  mit einem Trichogramm oder einem Trichoscan weiterhelfen.

Manchmal sinds auch ganz banale Ursachen: Eine Freundin hatte mal ziemlichen Haarausfall weil sie ihre Haare immer superfest zusammengebunden hatte. Sie waren schlichtweg abgebrochen. Das erkennt man übrigens daran, dass die Haare dann nicht mit der Wurzel ausfallen.

Manche reagieren auch einfach auf bestimmte Pflegeprodukte: Bei mir war das vor Jahren bei einem Shampoo von Alverde der Fall, lustigerweise dem Coffein Shampoo das eigentlich gegen Haarausfall wirken soll ;)


Nicht zu vergessen : Stress! Der kann so Vieles ins Ungleichgewicht bringen und eben auch für Haarausfall verantwortlich sein.


Für den saisonalen Fellwechsel, nach Schwangerschaften oder einfach vorbeugend habe ich übrigens einen Tipp meiner libanesischen Freundin: Sie schwört auf das Amla Haaröl von Dabur (gibts günstig bei Ebay) dass in ihrer Familie über den grünen Klee gelobt wird. Ich benutze es jetzt selber alle paar Wochen als Kur (30 min einwirken lassen und ausspülen). Riecht zwar gewöhnungsbedürftig aber wenn ich davon so ne Matte bekomme wie die Familienmitglieder meiner Freundin stinke ich gern ein bisschen ;)


Ich würde mich freuen wenn ihr eure Erfahrungen und Tipps zum Themas wieder in den Kommentaren posten würdet :)

Kommentare:

  1. Vor der Schwangerschaft hatte ich auch ziemlich mit Haarausfall zu kämpfen. Bei meinem dicken Haar hat es ziemlich gedauert, bis ich mir sicher war, dass es sich nicht im normalen Rahmen bewegt. Meine Werte waren alle in Ordnung - ich bin in engmaschiger Schilddrüsenbetreuung - und hoffe, dass sich der Haarausfall nicht wieder meldet nach der Geburt ...

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  2. Hallo Tine, mensch das ist ja ärgerlich, dass es dann doch etwas war, was jeder Hausarzt abklären kann. Sprießt denn die Matte nun wieder, oder hast du jetzt ganz viele kürzere Haare unter den langen? :) Es freut mich auf alle Fälle, dass es dir wieder besser geht!!!

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  3. ja ich hab viele kürzere dazwischen. die stehen zwar immer ganz lustig ab aber ich bin froh dass wieder was nachkommt :))

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  4. HUhu :) Na da hatte ich ja Glück, dass meine Hautärztin direkt alle Werte hat bestimmen lassen. Ich weiss bis heute nicht, was es war, aber anch 1,5 Jahren sind meine lichten Stellen so langsam dabei, sich wieder zu füllen. Ich trage immer noch kaum Frenchbraids vom Oberkopf an, da man gerade an den Schläfen sieht, dass die Haare dort dünner sind (da ich früher sehr dicke Matte hatte, sieht es jetzt für andere glaube ich nicht mal großartig schlimm aus, aber mir fällt es halt extrem auf). Ich hoffe nur, dass es nie nie wieder kommt, denn ich hab teilweise beim haarewaschen echt geweint, soviel wie da dann im Sieb hing :/ Verdacht ist immer noch Stress bei mir gewesen, nur den kann ich nicht mal eben abstellen gerade^^

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    1. Ja, das ist leider so mit dem Stress :( Ich hab übrigens auch gerade in der Schläfenpartie ordentlich Haare gelassen. Streng nach hinten oder Dutt sieht bei mir immer noch bescheiden aus :(

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  5. Darf ich fragen, welches Eisenpräparat Du nimmst? Ich habe auch starken Haarausfall und einen Eisenmangel. Leider vertrage ich die Eisentabletten nicht und von einem Präparat, das sich auflösen lässt, habe ich noch nichts gehört.

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  6. Ich habe wirklich alles gängige aus der Apotheke probiert und nix vertragen. Hab dann nen Versuch mit den Brausetabletten von DM probiert und die funktionieren super bei mir. Nicht nur dass ich keine Bauchschmerzen etc. bekomme, der Wert steigt laut Blutbild auch damit. Geht vermutlich langsamer als mit den Apothekenpräparaten aber dafür komm ich gut damit klar.

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  7. Ich habe genau das gleiche Problem. Seit einer hormonellen Umstellung habe ich extremen Haarausfall. Mittlerweile fallen sie zwar nicht mehr aus, sie bleiben aber licht. Ich war auch schon bei mehreren Ärzten und die haben mir auch Eisen und Vitamin D verschrieben. Eine Zeit lang genommen, dann aber abgesetzt, weil zu viel Eisen auch schädlich sein kann (sagt zumindest meine Krankenschwestermama).

    Mittlerweile habe ich mich mit meiner lichten Matte abgefunden, bzw. ist es gar nicht mehr so schlimm wie es mal war. Vielleicht rede ich mir das aber ein. Ich werde nochmal einen Versuch mit Eisen starten, vielleicht hilft es ja! Danke für das Update!

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    1. Haste mal die Werte checken lassen?

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    2. Jaja beim Hausarzt, Hautarzt und beim Endokrinologen. Kam nichts dabei raus, leider

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  8. Ich leide ja auch unter immer lichter werdendem Haar und ich habe jetzt den Verdacht, dass bei mir eine Schilddrüsenunterfunktion schuld ist, da die meisten anderen Symptome ebenfalls passen... Ich bin gerade dabei die Endokronologien in Berlin telefonisch abzuklappern, aber bisher konnte ich nur für Ende September frühestens Termine bekommen... kacka! :/

    Schön, dass es bei dir bergauf geht! Eisenmangel könnte bei mir eventuell auch zusätzlich eine Rolle spielen. Während der Schwangerschaft waren diese top, aber seit der Geburt habe ich meine Periode immer 12-14 Tage lang... und da würde mich nicht wundern, wenn das ebenfalls Eisenmangel verursacht!

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    1. Genau davon kommt mein Mangel, musste echt mal abklären lassen!

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  9. Ich bin fast 3 Jahre durch die Hölle gegangen und letzten Endes kam heraus, dass ich einen sehr großen Knoten in der Schilddrüse habe und eine damit verbunde Unterfunktion mit unterirdischen Werten.
    Mein Hausarzt erzählte mir monatelang dass meine Werte ok sind und ich weiß jetzt, dass er keine Ahnung hatte.
    Wäre das früher festgestellt worde, wäre mir viel erspart geblieben.
    Ich habe jeden Morgen unter der Dusche geheult und als mein Mann mir einmal aus dem Fenster nachsah, und mir dann sagte, dass man es so langsam sieht, war ich völlig fertig.

    Seit November nehme ich nun L-Thyroxin und mein Haarausfall hörte schlagartig auf. Jetzt so langsam merke ich, wie mein Haaransatz endlich wieder dichter wird und ich mehr Haare habe.
    Das war eine schlimme Zeit und ich hoffe, das kommt nie wieder.
    Was ich an Geld in verschiedene Produkte gesteckt habe........

    LG Martina

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  10. Neben Eisenmangel kann auch Vitamin D-Mangel zu diffusem Haarausfall führen, das solltet ihr dann auch mal checken lassen. Und außerdem kann auch Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) dazu führen.

    Ich habe sogar kreisrunden Haarausfall.
    Bei mir ist die Ursache eine Schilddrüsenautoimmunerkrankung, ich habe einen recht hohen Antikörperwert und seit drei Jahren bilden sich bei mir immer wieder kahle Stellen, die sich zum Glück recht schnell von alleine wieder füllen.
    Ich habe im Internet allerdings nun öfter gelesen, dass viele türkische Friseure eine recht simple, aber effektive Methode bei kreisrundem Haarausfall haben, und das macht in meinen Augen Sinn, denn die einzige schulmedizinische Behandlung dafür ist mit einem Mittel, dass eine allergische Reaktion auslöst und so das Immunsystem von den Haaren ablenkt, und die türkische, natürliche Methode scheint dasselbe zu machen, nur schonender. Dafür wird die Haut gereizt und eine anscheinend variierende Tinktur aus Knoblauch und eventuell Essig und Salz eingerieben.
    Ich trage chinesische Kräutermedizin auf und es hilft, allerdings halt nur lokal, bei mir verhindert es nicht, dass sich neue Stellen bilden. Allerdings habe ich den Eindruck, dass sie mittlerweile kleiner werden.

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